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Live Review Japan-Tour vom 23.03. – 29.03.1992

Tokyo – Montag, 23.03.1992

Ungefähr 12 lange Stunden dauerte der Flug, der T-HEAD und Crew, etwas später auch uns in einem anderen Flieger, am 23.03.92 nach Japan brachte. Gelandet sind wir auf dem “Narita” Airport, der sich etwas außerhalb von Tokyo befindet.

Während T-HEAD schon längst im “Hotel Ibis” einquartiert war, sich von den ganzen Strapazen des langen Fluges erholen konnte, in warmen Betten lag und eine herannahende Erkältung in den Griff zu bekommen versuchte, fing für uns erst einmal eine recht abenteuerliche Suche nach unserer eigenen Unterkunft an.

Da wir T-HEAD ja “freiwillig” auf dieser Tour begleiten wollten, mussten wir uns, abgesehen von Essens-/ Flug- und Fahrtkosten, natürlich auch selbst um eine Unterkunft kümmern. Diese für uns zu finden, war weniger mit Stress verbunden als die eigentliche Fahrt dorthin, denn mit der „Japan Railway“ (JR) ging es zunächst einmal weg vom Flughafen und nach Tokyo.

Auf unserer Suche nach “JR” begegneten wir unserer allerersten “Dose Kaffee” – kein Witz! -, die man hier tatsächlich, je nach Belieben, warm oder kalt aus Automaten ziehen konnte. Links waren die kalten und rechts die heißen Getränke angeordnet.

— Heute, also im Jahre 2023, ist das für uns natürlich nichts Neues mehr. Doch damals 1992 – also 31 Jahre zuvor – war das schon recht außergewöhnlich und neu! Noch außergewöhnlicher war allerdings der Slip-Automat gleich daneben!!  Dieser hat sogar seine eigene Geschichte! Heute gibt es ihn aber nicht mehr. —

Ab und zu passierten wir auch einen kleinen Laden mit der Aufforderung “Let‘s Kiosk”, was wir aber nicht taten, denn wir waren in Zeitdruck.

Die Fahrt mit JR war zwar OK, dauerte aber an die 1 ½ Stunden.

In Tokyo angekommen, galt es nun, die „Subway“ (U-Bahn) zu nehmen, und die hatten wir auch schon bald gefunden. Günstigerweise war hier schon das meiste touristengerecht (in englisch) markiert und ausgeschildert worden, sodass wir keinerlei Schwierigkeiten hatten, den richtigen Weg zu finden. Abenteuerlich und an Erfahrung wertvoll wurde es für uns allerdings in der U-Bahn selbst.

Überhaupt ist in Tokyo solch U-Bahnfahrt eine Sache für sich, überaus interessant und eigentlich ganz unkompliziert, wenn man denn erst einmal den richtigen Durchblick hat.

Es gibt sehr kleine, aber auch riesige Bahnstationen, wie die “Tokyo Station”, wo man sich besser (ähnlich wie beim Frankfurter Flughafen) einen Führer nehmen sollte, da man sich dort drinnen sehr leicht verlaufen kann. Unser allererstes gelernte, oftmals gesuchte und später auch am häufigsten benutzte japanische Schriftzeichen daher:  出口 (deguchi) = EXIT.

Bevor man seine Reise mit der U-Bahn antreten will, muss man sich den Tarifplan ansehen, denn die Länge der Strecke bestimmt den Fahrpreis. Solche Pläne hängen meist oberhalb der Ticket-Automaten. Die Station, zu der man fahren möchte, wird auf diesem Plan abgelesen; direkt darunter steht dann der Fahrpreis, den man zu zahlen hat. Tja, im Grunde doch recht easy, nur stand man damit als deutscher Tourist dann doch wieder vor einer Hürde. Man konnte zwar die Fahrpreise erkennen, doch das mit dem Ablesen der dazugehörenden Station war gar nicht so einfach, es sei denn, man war der japanischen Schriftzeichen mächtig.

Natürlich waren die Pläne in japanisch geschrieben, zwar nicht immer, aber eben doch so oft, dass man seinen eigenen U-Bahn-Plan (den man sich natürlich in weiser Voraussicht vorher vom Info-Stand holte und, thank God, auch zu lesen imstande war) stets zur Hand nehmen musste, um ihn mit dem Tarifplan über dem Automaten zu vergleichen, die Stationen auszuzählen und den darunter stehenden Fahrpreis zu entnehmen. Gratis dazu gabs damit dann auch gleich wieder ein neues gelerntes japanische Wort, nämlich das des Zielbahnhofes.

Hatten wir unsere Tickets dann endlich gezogen, kamen wir zu den von uns getauften “Schluck-und-Spuck“-Entwertern, wo man sein Ticket in eine kleine Maschine stecken muss, um durch die Absperrung zu gelangen. Das Ticket wird sofort eingesaugt, im Inneren entwertet, was gleichzeitig den Sperrmechanismus der Durchlaufschranke löst, und sobald man durch die Absperrung durch ist, am Ende wieder ausgespuckt. Sehr praktisch, aber auch zu komisch!!! (*lach*)

Auf dem Bahnsteig angelangt, achte man auf die weiß- oder gelbfarbenen Markierungen unmittelbar vor der Bahnsteigkante, denn dorthin muss man sich unbedingt hinstellen, wenn man mitfahren möchte. Diese Markierungen zeigen nämlich an, wo sich die Türen des ankommenden Zuges befinden werden, und das gilt für jede Bahn, die kommt!!

— Heute finden wir diese durchgezogenen Markierungen auch bei uns in D-Land als farbmarkierter Sicherheitsabstand, besonders aber auch als kontrastreich gekennzeichnetes Blindenleitsystem —

Wichtig noch das Anstellen an der schon wartenden Menschenschlange, falls vorhanden, sowie das ruhige nacheinander Einsteigen in die Bahn, die tatsächlich genauso anhält, dass die Türen mit den Halte-Markierungen haargenau übereinstimmen. – WOW! Was für eine Präzision!

Ist man dann selbst mit Einsteigen an der Reihe, wird abgeschätzt, ob man sich vielleicht noch in den mittlerweile übervollen Zug hineinzwängen, oder doch lieber auf den nächsten warten sollte. Manchmal wird einem diese Entscheidung auch ganz einfach durch einen kräftigen Schubs von hinten abgenommen.

Wir entschieden uns hier aber doch eher für das Warten auf die nächste Bahn, denn mit unserem ganzen Gepäck hätten wir eh keine Chance mehr gehabt, in diesem Zug Platz zu finden.

In der nächsten Bahn, in der wir als erste in der Schlange einstiegen, sorgten wir für Aufmerksamkeit und bekamen deshalb auch jede Menge neugieriger Blicke aller Insassen zugeworfen. Klar, dass wir auffielen! Allein schon wegen unserer Größe und der helleren Haar- und Hautfarbe mussten wir stets damit rechnen, auf die eine oder andere “dezente” Art von den Japanern angestarrt zu werden. Auch nicht zu übersehen die Art und Weise, wie wir be- und verpackt waren. Mit unseren großen Tour-Rucksäcken, einzelnen Taschen und Handgepäck, machten wir in der Bahn dann auch noch mindestens vier Japanern ihre Stehplätze streitig. *lol*

Eigentlich war es recht kalt in Japan, doch dank der vielen Leute, die sich tatsächlich noch in eine für uns schon übervolle U-Bahn hineindrängten oder von außen einfach hineingedrückt wurden, liefen uns wahre Sturzbäche an Schweiß nicht nur die Stirn herunter. Das einzig Gute an so einem Gedränge war immer, dass man sich nie irgendwo festhalten brauchte, denn die Chance umzufallen war gleich der, einen 6er im Lotto zu haben. Ansonsten konnte man während der Fahrt haufenweise Werbung studieren, die überall im Zug herumhing oder über mehrere im Waggon angebrachte kleine Monitore auch live anzusehen waren.

– Unglaublich! Erst 30 Jahre später haben wir so etwas nun auch hier in unseren Straßenbahnen oder Bussen in D-Land!! —

Je nachdem, wo man später aussteigt, gibt es dann entweder einen menschlichen Controller, der die Tickets vor dem Verlassen des Bahnhofes erst einmal nach der Richtigkeit des Tarifs überprüft, bevor er sie schließlich einsammelt (wenn man Pech hat, muss halt nachgezahlt werden), oder es ist halt wieder eine dieser Absperrungen da, wo die Tickets beim Durchgehen einfach einsaugt, diesmal aber nicht wieder herausgegeben werden. Man sollte auf jeden Fall immer auf sein Ticket achtgeben, denn gelangt man an eine dieser Absperrungen ohne Ticket, hat man Schwierigkeiten das Bahnhofsgelände zu verlassen!!

Als wir endlich am Ziel waren und den Bahnhof verließen, wurden wir tatsächlich von einer heftigen Schneewolke überrascht. Das fanden wir überhaupt nicht lustig, denn die Suche nach unserer Unterkunft wurde dadurch nur noch mehr erschwert. Wir fragten uns durch, doch die meisten Leute, die wir ansprachen – oder besser, denen wir einfach die Adresse zeigten, wo wir hinwollten – konnten uns nicht sehr viel weiterhelfen. Dann trafen wir aber auf jemanden, der sich auskannte und uns sogar bis vor die Toren unseres Hostels führte. (So etwas sollte uns noch öfter passieren!)

Tja, und da standen wir dann endlich, ziemlich fertig und durchnässt, vor dem “Shinakano Hostel” und konnten kaum glauben, dass wir tatsächlich schon da waren, denn mittlerweile war es schon nach 17 Uhr. Unser Twin-Room lag im ersten Stock, doch bevor wir da hineindurften, wurden all unsere Sachen – inklusive wir selbst – von dem Besitzer erst einmal gründlichst abgewischt und trocken gerubbelt. (Was für ein Gefühl …! *lol*)

Dann unser Zimmer…

Man kam in einen kleinen Flur hinein und stand auch gleich vor der Dusche, an der auf einem Schildchen sogar deren “Öffnungszeiten” draufstand. Demnach konnte man nur von 18 – 22 Uhr eine warme Dusche genießen. Außerhalb dieser Zeiten gab es generell nur kaltes, chlorhaltiges Wasser.

Unser Zimmer war recht klein, aber ausreichend für 2 Betten, Tisch, Kommode und Kleiderschrank. Neben dem Fenster gab es sogar einen „Münzfernseher“ (¥100 für 10 oder 20 Minuten fernsehen!!!) und darauf ein Schild mit der Nachricht: No smoking! Für Gaby und mich etwas frustrierend, da wir zu der Zeit noch Raucherinnen waren. Aber der Preis für das Zimmer mit ¥8000 (ca. 104,-DM war OK.

Wir haben erst einmal unser Gepäck abgestellt, uns kurz ausgeruht und frisch gemacht (mit kaltem Wasser!) und sind dann auch gleich wieder los Richtung T-HEAD abgezogen. Keine Probleme mit der Bahn, haben alles gut gefunden, bis auf das Hotel – das hatten wir aber nur mit einem anderen verwechselt (-ähem-...).

Im “Hotel Ibis” klitschnass angekommen (die Schneefälle waren mittlerweile in Regenbäche umgeschlagen), konnten wir nur über Telefon mit Beaker sprechen und ihm u.a. über unsere Ankunft in Japan Bescheid geben. Beaker und noch 2 Leute aus der Crew lagen nämlich mit einer Erkältung im Bett. Auch T-HEAD selbst hatte es erwischt, doch konnten sie das Essen mit Tour-Manager “Yoshi” leider nicht umgehen.

Das mit unseren Tourpässen sei geregelt, nieste Beaker uns ins Telefon, „alles weitere dann morgen in Nagoya. C-Ya beim Soundcheck … und tschüss!“

OK, nachdem das dann auch erledigt war (und wir erst!!), fuhren wir nach einer schnellen warmen Mahlzeit auch wieder zurück in unser Hostel, verpassten den Duschtermin dort um genau 10 Minuten, und fühlten uns wie die Kids auf dem Schulklo, als wir vor unserer offenen Balkontür hockten, um noch schnell und heimlich 1 – 3 Zigis zu rauchen.

Nagoya – Dienstag, 24.03.1992

9:00 AM. – Sobald wir all unsere Sachen zusammen hatten, verließen wir unser Hostel und machten uns auf den Weg nach Nagoya. Frühstück fiel aus – alles, was sich Restaurant oder Coffee-Bar nannte, hatte eh noch geschlossen – dafür nahmen wir uns halt ein bisschen Verpflegung mit, inklusive vier von diesen ungewöhnlichen Dosenkaffees. (Wir alte Kaffeetanten brauchten halt morgens unser Koffein!)

Gegen 10:00 Uhr erreichten wir Tokyo Station, reservierten uns zwei Plätze für den nächsten Zug nach Nagoya und hatten sogar Glück mit dem “Shinkansen”, dessen Abfahrt schon für 10:25 Uhr angekündigt wurde. – “Let‘s wetz”!!! (hihi)

Nach hektischem Suchen, verzweifeltem Fragen und einer Führung zum falschen Gate, fanden wir schließlich doch noch den richtigen Bahnsteig und erreichten auch gerade noch unseren Zug, der dann auch schon 30 Sekunden nach unserem Einstieg aus dem Bahnhof rollte. – Was für ein Morgen!? Und das alles ohne Kaffee!!!

Mächtiges Gegröle und Geklatsche als wir durch Abteil 13 liefen …!! :O

Hey, was‘n hier los!?! Bei näherer Betrachtung fiel uns auf, dass es sich hier um ein reinstes Männerabteil handelte, und dass dieser höchst ungewöhnliche Empfang tatsächlich uns Frauen galt. Kaum zu glauben, aber diese überfröhliche Männerrunde versuchte uns doch tatsächlich dazu zu überreden, bei ihnen zu bleiben und mitzufeiern?!? -Äh …thanx but…

Ankunft in Nagoya gegen 12:20 Uhr, und damit begann für uns dann auch die längste und frustrierteste Suche nach einer Unterkunftsmöglichkeit überhaupt, denn so ziemlich alle Hotels, die sich in unserer Preisklasse befanden, waren bis zur letzten Besenkammer ausgebucht. Selbst die Business-Hotels und Ryokan-Unterkünfte waren bis auf den letzten Zipfel Tatamimatte voll besetzt. Und in die sogenannten “Love-Hotels” (ja-ja!!!) konnte man erst ab 21:00 Uhr als “neutrale” Gäste einchecken. – Na prima!

Bei unserem Frust- und Sitzstreik auf einer Bordsteinkante mit Blick auf den Straßenverkehr Nagoyas, genossen wir die Ansicht eines “Forklifter”-Gebäudes und ertrugen die vielen neugierigen Blicke der Leute, die dauernd an uns vorbeiliefen, hetzten oder fuhren.

Aber irgendwann hat jeder Frust auch mal ein Ende – wenn auch nur vorübergehend – und so wurden wir von einem japanischen Mädel, was übrigens prima Englisch konnte, an irgendeiner Straßenecke aufgepickt und 2 Stunden lang durch Nagoyas Straßen chauffiert, um vielleicht doch noch irgendwo ein Hotel zu finden, was uns haben wollte. – Leider jedoch ohne Erfolg.

Wir beschlossen dann, ganz demonstrativ zum “Bottom Line” zu fahren, um unseren bereits wiedergekehrten Frust an Beaker auszulassen. Naja, jedenfalls konnten wir dort erst einmal unsere Sachen abstellen, ein bisschen relaxen und wenn nötig, dann eben nach der Show erneut auf die Suche gehen.

Es war schon mächtig was los vor den Türen des “Bottom Line” als wir gegen 17:00 Uhr dort vorgefahren wurden. Komische und neugierige Blicke aller Umstehenden als wir uns und unser ganzes Gepäck in die Eingangshalle hineinschleppten.

Von Katsumi (0614) und Kaori (0620), die gleich richtig kombinierten, denn es konnte sich hier ja nur um HQ‘s Gaby & Tina handeln, wurden wir auch als erstes herzlich willkommen geheißen.

Tour-Manager Yoshi“, den wir bis dahin noch nicht kannten, hielt sich zufällig am Merchandise-Stand auf, als wir uns dort als die F.C.-Leiterinnen vorstellten. Er wusste auch sofort Bescheid und übernahm sogleich – sehr erfreut, so schien es – die Führung nach Backstage zum Dressing Room. Unterwegs begegneten wir dann auch Beaker, der schon auf uns gewartet hatte, uns kurz begrüßte, Tour-Pässe in die Hand drückte, nur um dann auch gleich wieder zu verschwinden. (Typisch!)

T-HEAD war noch beim Soundcheck als wir unser Gepäck in die nächste Ecke und uns selbst auf die erstbeste Couch warfen, um für wenigstens 5 Min. auszuruhen und neue Energie aufzutanken.

     Tina: “Hey, seh’ ich da hinten nicht ‘ne Kaffeemaschine?”Gaby: “Ja, du hast recht! Los, rann an dat Ding!”

Sobald Beaker wieder auftauchte, erzählten wir von unserem Unterkunftsproblem. Yoshi, der auch anwesend war und alles mitbekam, stand plötzlich auf, ging zum Telefon, wählte, sprach, hörte zu, schrieb was mit, legte auf, kam zu uns und drückte uns einen Zettel in die Hand mit der Bemerkung, dass auch wir jetzt ein Hotelzimmer hätten! Also bitte nicht mehr weinen. – Öha!!! So einfach ist das also für ihn, eh!? – Wir waren ihm sooo dankbar!!! – Arigato!!

Während wir dann noch schwer damit beschäftigt waren, aus dem Staunen wieder herauszukommen, war der Soundcheck vorbei und der Dressing Room füllte sich mit Band und Crew. Jeder, das konnte man sofort sehen, war in einer Hochstimmung! Und als wir dann auch endlich Yoshi‘s “simple Aktion” am Telefon akzeptiert hatten, die Verwirrung darüber nachließ, und uns erst jetzt so richtig bewusst wurde, wo wir uns überhaupt befanden, nämlich in Japan, live und mit T-HEAD, ja, da stieg dann auch unser Stimmungsbarometer auf die höchste aller Stufen. YEAH!

Und dann war es auch schon soweit…

Während sich die Jungs langsam für die Show umzogen, machten wir einen Abstecher in den Saal, sahen uns dort erstmals um und suchten einen günstigen Platz mit guter Sicht, um ungestört filmen und fotografieren zu können.

Klar doch, dass T-HEAD‘s allererste Japantour auch bildlich festgehalten werden musste, allein schon, um der Nachwelt und allen Fans, die nicht mit dabei sein konnten, später davon zu berichten. Eigentlich sollte auch eines der zahlreichen deutschen HR/HM-Magazine auf dieser Tour vertreten sein, doch hielt man es dann wohl doch nicht mehr für nötig, denn kein einziger Schreiber und noch weniger Fotografen erschienen auf der gesamten Tour. Sieht also ganz so aus, als wären wir – The Headquarters – die Einzigen, die von dieser Tour überhaupt etwas schreiben können!! 😀

Anyway, der Saal fasste so ca. 1000 Leute, von denen ungefähr 100 auch ganz locker oben auf dem Balkon Platz finden konnten. Dort oben befand sich auch eine Theke. Ansonsten gab es, was Getränke anging, unten im Saal noch ein bis zwei Getränkeautomaten. Und Gott sei Dank war es keine von den Hallen, wo man während der Show ganz brav auf seinem Stuhl verharren musste! Das war nämlich eine unserer ersten Befürchtungen gewesen, denn bei vielen Konzertmitschnitten aus Japan sieht man die Fans ja immer auf Stühlen sitzen, so als würde man sich gerade einen Film ansehen. Aber das ist wohl nur bei größeren Konzerten und in größeren Hallen der Fall, wie z.B. “Budokan” in Osaka.

Pünktlich um 18:00 öffneten sich die Pforten des “Bottom Line” den schon ganz ungeduldig und aufgeregt wartenden Fans, und jeder wurde in numerischer Reihenfolge – nämlich die ihrer Kartennummer – einer nach dem anderen ohne Stress und Gedränge eingelassen. Tja, was den Ticketkauf angeht, gilt es hier, sich möglichst unter den ersten 30 zu befinden, um als erster reinzukommen und die besten Plätze vor der Bühne zu ergattern.

Während die Fans dann auch einer nach dem anderen zur Bühne rannten, herrschte im Dressing Room wahre Vorfreude – und vielleicht auch ein bisschen Nervosität – auf das allererste Konzert vor japanischem Publikum.

Und dann endlich gegen 19:10 Uhr, nachdem die ca. 250-köpfige Menge bereits 5 Minuten lang einstimmig nach T-HEAD gerufen hatte, enterte die Band mit “City Cornered” die Bühne und verwandelte so, man glaubt es kaum, die doch sonst eher “schüchtern und brav” erscheinenden Japaner in ein schier ungehaltenes, wild tobendes Völkchen. – WOW! Was für ein Anblick! Genau der richtige “KICK ASS” für die Band, die nach “City Cornered” sofort in die ersten Akkorde zu “Satisfied” überging. Ein kurzer Stopp zwecks Begrüßung aller “Nagoyaner” und aller hierzu angereisten T-HEAD Fans.

Weiter im Text mit “Satisfied” gefolgt von “Let The Dogs Loose”, “Let Go” und “Darker Side Of Yesterday”, bei dem Gaby als Einzige eine Stimmungsflamme in die Höhe hielt. Später erfuhren wir von einigen Fans, dass man so etwas zwar schon von Amerika her kannte, dennoch  in Japan nicht üblich sei. So stand Gaby auch mit ihrem Stimmungslicht bei “Life In The City” ganz allein da, denn Tina wollte unbedingt noch etwas mehr filmen. 😉

T-HEAD spielte u.a. “Ready To Roll”, “Life‘s Only A Goodbye” und den THIN LIZZY Klassiker “Warrior”, und mit jedem Song brüllte, tobte und bängte die japanische Menge bis schließlich auch der Letzte zum Mitmachen überredet war. “Busted” folgte und anschließend wurden die Fans von Ted gefragt, was sie denn gerne hören wollen würden, worauf man von irgendwoher Gaby‘s Stimmchen prompt nach “Torture Ride” rufen hörte.

Es war zwar klar, dass T-HEAD diesen Song nicht spielen würde, denn wir gingen dem “Bullet” schon vor der Show ständig mit “Torture Ride” auf den Keks, doch er wurde von ihm jedes Mal abgewehrt, weil der Song einfach zu anstrengend sei, aber, hey, man konnte es ja trotzdem mal versuchen, right?

Witzigerweise stimmte das Publikum auch sofort mit Gaby‘s Wunsch ein (haha!), sodass jetzt jeder nach “Torture Ride” schrie, was Ted natürlich gekonnt überhörte und die Band letztendlich mit “8-Ball” weitermachte.

Als Zugabe folgte “Highway”, und natürlich brauchte auch niemand auf “Ace Of Spades” zu verzichten, denn pflichtgemäß wurde dieser Song noch als zweite und definitiv letzte Zugabe dem Publikum dermaßen um die Ohren geblasen, dass es fast den Anschein hatte, die Japaner würden sich nun doch noch gegenseitig die Köpfe einhauen – so wild bängte und bewegte sich jeder im Saal zu dem guten Stück mit.

Wahnsinns-Show! Darüber war sich auch T-HEAD einig, als man völlig erledigt zurück in den Dressing Room schlich.

Ted ließ sich sofort bäuchlings auf die nächste Couch fallen, Henny wusste schon jetzt, dass er morgen Muskelkater haben würde, Alex zog sich erst einmal bis auf die Unterhose aus und Ole war nur noch erledigt, brachte gerade noch “great show” heraus bevor auch er sich in die nächste Ecke fallen ließ.

Kaum 2 Minuten später war der Dressing Room auch schon wieder mit allen Leuten gefüllt, die dazugehörten, inklusive Melanie“, die für diese Tour als Dolmetscherin für T-HEAD in Japan engagiert wurde. Sie machte ihre Sache auch hervorragend und war einfach unentbehrlich. – Tausend Dank, Melanie!!!

Einziges Thema an diesem Abend war natürlich die gerade eben beendete Show. Ganz begeistert war man auch von den T-HEAD-Bannern, die von einigen Japanern extra für diese Show gemacht und der Band als Geschenk überreicht wurden.

Aufgrund einer Verlosung durften dann sechs Competition-Gewinner die Jungs im Dressing-Room besuchen. Noch etwas schüchtern ließen sie sich Autogramme geben, schossen ein paar Erinnerungsfotos von T-HEAD und mussten nach 15 Minuten leider schon wieder gehen, denn für die Band war jetzt Essengehen angesagt.

So packte man all sein Zeug zusammen, doch wurde der Dressing-Room nicht eher verlassen bis auch die letzten Reste des Caterings geplündert, oder im Gepäck mitverstaut waren.

Von Yoshi bekamen wir noch schnell einen Zettel mit der Adresse vom Restaurant in die Hand gedrückt und dazu auch gleich noch eine Hoteladresse in Osaka, wo er für uns während der Show noch ein Zimmer gefunden und auch gleich reserviert hatte. WOW! Damit haben wir nun ganz und gar nicht gerechnet, doch bevor wir ihm dafür ausgiebig danken konnten, war Yoshi auch schon wieder verschwunden.

Vor den Türen des “Bottom Line” standen auch schon die reservierten Taxis bereit, die T-HEAD ins Hotel bringen sollte, zwecks Gepäckabwurf, aber auch zwei Dutzend Fans warteten ganz ungeduldig auf das Erscheinen der Band, die sich schließlich noch zu zahlreichen Autogrammen und Fotos überreden ließ.

Währenddessen sahen wir auf der anderen Straßenseite gerade ein Taxi ankommen, welches wir ohne Zögern einfach für uns in Besitz nahmen. Schon möglich, dass dieses Taxi auch für T-HEAD reserviert war, doch das war uns in dem Moment so ziemlich egal, denn es regnete, uns war kalt und wir waren hundemüde.

Dem Taxifahrer gaben wir dann einfach den Zettel von Yoshi mit der Hoteladresse in die Hand, doch leider kannte sich der “Gute” in dieser Gegend so gar nicht aus, wie er uns in gebrochenem Englisch zu erklären versuchte. Nachdem wir mindestens zweimal ein und dieselbe Straße hoch- und wieder runtergefahren sind, stoppte unser Chauffeur plötzlich vor einem anderen Hotel, stieg aus und erkundigte sich dort nach dem richtigen Weg – während wir geduldig im Taxi warteten und dem munteren Ticken des Taxameters zuhörten (na, prima …!).

Als wir dann endlich vor unserem Hotel ankamen, wurden wir von diesem Fahrer, dessen Flüche uns auf der ganzen Fahrt begleiteten (na, das hört sich auf japanisch vielleicht witzig an!!), regelrecht ausgesetzt, denn kaum waren wir da, wurde flugs der Kofferraum geöffnet und unsere Sachen – kein Witz! – von ihm tatsächlich in den Regen geworfen! Na, wir waren vielleicht bedient! Und weil das noch nicht genügte, gab es anschließend noch Verständigungsprobleme mit den Leuten vom Hotel! Glücklicherweise waren diese jedoch schnell gelöst, und zwar als Melanie uns just in diesem Augenblick anrief, nur um uns mitzuteilen, dass man für uns zwei Plätze im Restaurant mitreserviert hatte. Für uns war der Tag jedoch gelaufen. Wir begaben uns nur noch in unsere Zimmer (Einzelhaft!), killten zusammen vorher aber noch den Rest des Caterings und schliefen dann anschließend den Schlaf der Ger(a)echten

Osaka – Mittwoch, 25.03.1992

Mit einer dicken Scheibe Toast und reichlich Kaffee aus einem nahegelegenen Coffee-Shop, machten wir uns für unsere Reise nach Osaka fit. Während für T-HEAD und Crew ein Charterflieger nach Osaka reserviert war, genossen wir die ca. 1-stündige Fahrt dorthin mit dem “Kodama-Express”. Dank “Yoshi” brauchten wir uns ja nicht erst um eine Unterkunft zu kümmern, denn für schlappe ¥12500 (~ 160,-DM) erwartete uns bereits ein gemütliches Zimmer im 11. Stock des “Nakanoshima” Hotels.

Sobald wir unsere Sachen abgeladen und uns frisch gemacht hatten, ging es zur “Moda Hall”, die günstigerweise nur drei U-Bahnstationen von unserem Hotel entfernt war – oder so ließen wir uns jedenfalls von einer Passantin in der Bahnhofshalle erklären.

Nachdem wir trotz Plan prompt wieder falsch gelaufen waren, standen wir schließlich gegen 17:00 Uhr dann doch noch vor der “Moda Hall”, wo wir – von einem Türsteher bereits erwartet – auch sogleich zum Backstagebereich geführt wurden.

Ein großes “HALLO” an alle Anwesenden – und Kaffee für uns!!! 😀

Es herrschte wieder Hochstimmung und Vorfreude auf die nun zweite Show in Japan, und die noch eineinhalb Stunden Wartezeit bis zum Showbeginn wurden mit gewisser Ausgelassenheit und Herumalbern abgesessen oder im Backstage-Bereich auf und ab gelaufen. So fand z.B. Ole Hempelmann auch teils erschrocken, teils amüsiert heraus, dass “man hier sogar beheizte Klobrillen auf allen Toiletten hätte”, und dass es sich “iiiih ganz komisch anfühlte; so, als würde man sich mit seinem Arsch auf einen anderen setzen.” – Hahaha, was für ein Brüller! Alles grölte!

Nachdem sich dann auch der “Bullet” wieder einigermaßen beruhigt hatte, konnten wir ihm die von ihm gewünschte kurze Bedienungsanleitung unserer Videokamera geben, denn diese wollte er während der Show zu einem bestimmten Song gerne mal ausprobieren.

Kurzer Besuch dann noch von zwei Mitgliedern der Soul-Band “Manhattan Transfer“, die sich in Japan gerade auf Promo-Tour befanden und ganz zufällig auch mit T-HEAD zusammen in demselben Hotel untergebracht war (daher wusste man von der Show.) Die beiden, “Jamie Glaser” (voc/guit) und “Frank Colon” (dr. & percussion), blieben auch noch später zur Show und waren von T-HEAD mächtig begeistert.

Gegen 18:00 Uhr verfolgten wir vor der Moda Hall dann das einmalige Ritual des Einlasses von den Fans, die für diesen Zweck bereits hinter der Halle zusammengepfercht waren und nur noch mit Ungeduld auf den Aufruf ihrer Kartennummer warteten. Und da kam er auch endlich, der Mann mit dem Megaphon, und rief der Reihenfolge nach eine bestimmte Anzahl an Nummern auf (ca. 20), worauf die Betreffenden (oder Glücklichen!) auch sofort vortraten und sich in eine Reihe aufstellten, um dann persönlich von “Megaphon-Mann” zum Eingang geführt zu werden, wo sie nach gründlicher Prüfung auf Richtigkeit der Kartennummern dann auch numerisch – und endlich! – eingelassen wurden.

Das Ganze wiederholte sich so lange, bis schließlich auch der letzte wartende Fan in der Halle verschwunden war, doch so lange wollten wir nicht draußen bleiben. Stattdessen drängelten wir uns an der zweiten aufgerufenen Reihe vor dem Eingang vorbei, liefen zum Merchandise-Stand, stapelten unsere Visitenkarten auf dem Tresen und reservierten noch fünf von den Japantour-Shirts für die Fans back home.

Wieder im Dressing Room angekommen, fanden wir – na, huch!?! – Ted & Henny mang Tischen und Stühlen auf dem Boden liegend vor! Wie jetzt … ?! Doch “alles ganz harmlos, völlig normal,” ließen wir uns erklären. Da sich hier im Dressing Room keine Couch oder ähnliches zum Hinlegen und Relaxen befand, begnügte man sich halt mit dem Fußboden. Why not!?!

Während die Band sich dann gegen 18:30 Uhr für die Show umzog und fertig machte, suchten wir uns wieder einen günstigen und übersichtlichen Platz zum Filmen. Den fanden wir diesmal ganz hinten im Saal beim Lichtmann Holger und Soundmixer Ralf“.

19:00 Uhr – der Saal verdunkelte sich und ließ die ca. 300 Fans vor der Bühne voller Erwartung einstimmig im Chor aufjubeln und aufschreien bis T-HEAD die Bühne enterte und ihre Show wieder mit “City Cornered Man” eröffnete. Sofort streckten sich sämtliche Hände in die Höhe, und wieder war es das reinste Vergnügen, den tobenden Japanern zuzusehen, wie begeistert sie doch waren, T-HEAD endlich auch einmal live sehen und erleben zu können! – Wahnsinn!

Nach “City Cornered” wieder die ersten Akkorde zu “Satisfied” und dann kurzer Stopp für eine von Ted‘s typischen Ansagen, diesmal mit der Bemerkung, dass egal, was der Typ hier vor der Show dem Publikum vielleicht erzählt hätte, “fuck him and go crazy!”, worauf natürlich jeder im Saal zustimmend aufkreischte und noch ausgelassener vor sich hin tobte. Ein göttlicher Anblick!

Die Playlist unterschied sich nicht so sehr von der vom Vortag in Nagoya, aber dafür war hier das Publikum 100%ig besser, wilder und zahlreicher. Es war T-HEAD auch deutlich anzumerken, wie sehr sie es doch genossen vor diesem fantastischen Publikum zu spielen. Selbst Ted hatte heute so viel Spaß, dass er sich – man staune! – mit seinen Stories kurzhielt oder sie mit der Bemerkung “ah, fuck the story” sogar ganz wegließ, wie z.B. bei “Let Go”.

Die Stimmung war unbeschreiblich, die Fans unaufhaltsam und T-HEAD war einfach perfekt. Schade eigentlich, dass das japanische TV nicht auch diese Show aufgezeichnet hatte, sondern sich nur für die letzte Show am 28.03. in Kawasaki entschied.

Anyway, viel zu schnell waren schon wieder 70 Minuten um und T-HEAD kam mit “What Mama Don’t Know … “ zum Show-Ende, nur um mit “Life In The City” als Zugabe wieder auf der Bühne zu stehen. Doch bevor dieser Song angestimmt wurde, überraschte Ted die Fans schließlich mit der Videokamera, die er ganz genussvoll und mit doppeltem Vergnügen auf die grölende, tobende und begeisterte Horde vor der Bühne hielt. YEAH!

Mit “Highway” und “Ace …”, wo jeder nochmals das letzte bisschen Energie aus sich herausholte, ging die Show dann leider zu Ende. T-HEAD, so schien es, war aber noch sowas von aufgedreht, dass sie noch mindestens 30 Minuten länger hätten spielen können. Doch musste man sich an den Zeitplan halten und der besagte, dass die Band jetzt erstmal für 15 Minuten relaxen durfte, bevor man zu einer 15-minütigen Autograph-Hour anzutreten hatte.

In einem separaten Raum warteten bereits die 6 – 8 auserwählten Fans ganz ungeduldig auf das Erscheinen von T-HEAD.

Währenddessen kümmerte sich Gaby ein bisschen um Katsumi, die in dem ganzen Fangedränge bei der Show kaum noch Luft bekommen hatte und umzukippen drohte. 

Anschließend ging es dann erstmals wieder zurück zum Hotel Osaka, damit T-HEAD all ihre Klamotten abladen konnte. Natürlich war die Lobby voller Fans, die nur darauf warteten, mit T-HEAD einmal reden zu können, sich Autogramme geben zu lassen und Erinnerungsfotos zu schießen. Wir nutzten diese Gelegenheit auch, um uns mit den Fans bekannt zu machen, mit ihnen zu reden und sie nach ihren Eindrücken zur Show auszufragen. Dabei verteilten wir fleißig unsere “HQ” Visitenkarten an jeden, der sie haben wollte oder auch nicht. So zum Beispiel an „Manhattan Transfer“ und „Cool & The Gang“, die hier auch gerade auf Promotion-Tour waren. 😀

Während des ganzen Tumults bekamen wir von Melanie ganz unerwartet eine Hoteladresse in Tokyo/ Kawasaki zugesteckt, wo Yoshi (of course!) für uns mal wieder ein Zimmer reserviert hatte. Dazu gab es auch gleich noch ein Fax mit der genauen Wegbeschreibung zu unserem Hotel, zu dem Hotel, wo T-HEAD gastierte und zum “Club Citta”, wo die nächsten beiden Shows stattfinden sollten. Und alles befand sich günstigerweise auch noch in unmittelbarer Nähe zueinander. Was die Hotel- und Club-Lage betrifft, so hat man eigentlich immer darauf geachtet, dass sich für die Band beides nicht allzu weit voneinander entfernt befand. Zu Fuß hätte T-HEAD von ihrem Hotel aus theoretisch immer nur 5 – 10 Minuten zum jeweiligen Club gebraucht. Praktisch sah es aber so aus, dass sie stets mit einem 8-Personenbus umhergefahren wurden. – So wie wir jetzt.

Nach ca. 20-minütigem Aufenthalt im Hotel wurde jeder, der dazu gehörte (darunter auch die beiden Jungs von “Manhattan Transfer”), auf zwei 8-Personenbusse verteilt eingeladen und direkt zum “Hard Rock Café Osaka” chauffiert, wo bereits drei reservierte Tische auf uns warteten. Verglichen mit den deutschen HRC‘s (wenn man das überhaupt vergleichen darf) ist das HRC Osaka wirklich ein riesiger, gemütlicher und auch sehr übersichtlicher Laden. Die ganze Atmosphäre dort war einfach toll und das lag nicht unbedingt nur an der Anwesenheit von T-HEAD & Crew.

Einige Fans ließen es sich natürlich nicht nehmen und fuhren uns zum HRC einfach hinterher. Andere befanden sich schon dort als wir den Laden betraten, hatten den HRC-Besuch von T-HEAD schon vorher irgendwie mitbekommen. So wurden auch hier noch einmal kurz Autogramme gegeben und Fotos geschossen. Auch Katsumi fühlte sich wieder fit genug, um T-HEAD und uns hier anzutreffen.

Bevor es schließlich wieder zurück ins Hotel ging, postierte sich die Band für ein Erinnerungsfoto vor der Elvis Musicbox und überließ uns das Fotografieren.

Im Hotel angekommen, wurde T-HEAD wiederholt von Fans empfangen, die sich mit Sicherheit die ganze Zeit über in der Lobby aufgehalten hatten, nur um T-HEAD eventuell doch noch einmal anzutreffen. Also wurden hier nochmals kurz Autogramme gegeben und gute Miene für vereinzelte Pics gemacht, bis man plötzlich bemerkte, dass Henny und zwei Crewleute vermisst wurden. – Panik!

Halt! Keiner verlässt das Hotel!

Hauptkommissar “Beaker” nahm sich der Sache sofort an, machte seine Runde und fragte zuerst jeden nach Henny und den beiden Crewleuten aus. Doch niemand konnte oder wollte ihm so recht darüber Auskunft geben, wann man die drei Vermissten zuletzt gesehen oder mit ihnen gesprochen hatte. Hmmm … sehr verdächtig. Hatten sie alle etwas zu verbergen? War hier etwa ein Komplott im Gange?

Nun,” dachte sich Hauptkommissar Beaker, “so schnell lasse ich mich nicht unterkriegen,” und gab am “Tatort” eine Vermisstenanzeige auf, die auch sofort an alle Zimmer im Hotel weitergeleitet wurde. Der Erfolg zeigte sich auch schon nach knapp 20 Minuten. Man hatte die drei Vermissten gefunden. Sie hatten sich, wie sie später zugaben, selbst in ihre Zimmer gekidnapped und sich unter ihren Bettdecken versteckt, um dem ganzen Trubel zu entgehen.

Tja, und so hatte Hauptkommissar Beaker wieder einen seiner mysteriösen Fälle lösen können. – Applaus!

Die Menge in der Lobby atmete erleichtert auf und konnte sich nun auch „auflösen“. Die Uhr schrie uns mittlerweile auch schon 1:30 AM entgegen, also höchste Zeit, um nun auch unseren Körpern ein wenig Ruhe zu gönnen. So verabschiedeten wir uns von dem letzten Rest, der sich noch in der Lobby befand, und liefen die 5 Minuten zu unserem eigenen Hotel rüber. Doch erst gegen 3:00 Uhr kehrte bei uns schließlich Ruhe und gewünschter Schlaf ein. 

Tokyo, Kawasaki – Donnerstag, 26.03.1992

T-HEAD und Crew hatten heute ihren “day off” und jeder von ihnen genoss diesen auch auf seine eigene Weise.

Mit dem “Bullet-Train” ging es zuvor jedoch erst einmal von Osaka nach Tokyo, um dann nach drei weiteren Stationen mit “JR” in Kawasaki zu landen, wo man im “Nikko” Hotel die Zimmer reserviert hatte.

Auch wir machten uns gegen 12:45 Uhr mit dem “Bullet-Train” nach Tokyo auf, wurden auf der dreistündigen Fahrt dorthin mittels einer Displayanzeige, die es über jeder Abteiltür gab, mit diversen aktuellen Nachrichten, Sport- und Lotterieergebnissen, Wettervorhersagen sowie Werbungen, Tipps und sonstigen gut gemeinten Ratschlägen zur Genüge unterhalten.

Mit Faszination beobachteten wir diese Anzeige und sahen den japanischen Schriftzeichen recht amüsiert dabei zu, wie sie – meter-meter-meter – von rechts nach links, von oben nach unten und umgekehrt über das Display huschten, bis -tja- bis wir schließlich mitbekamen, wo die ganzen Wiederholungen anfingen und das Spielchen für uns dann zu langweilig wurde.

Je näher wir auf Tokyo zufuhren, desto schlechter wurde das Wetter – und unsere Laune. Wir konnten noch nicht einmal den Anblick des “Fujiyama” genießen, denn der vulkanisch höchste Berg Japans hielt sich hinter Nebel- und Regenwolken versteckt. – Bäh!

In Kawasaki angekommen, hielten wir uns zwar an die gezeichnete Wegbeschreibung zum “Club Citta”, wo wir uns laut Fax bei “Koki” melden sollten, doch irgendwie hatten wir es mal wieder geschafft, einen Block zu weit zu laufen und danach den Durchblick zu verlieren. Nun gut, nervten wir halt mal wieder ein paar Leute auf der Straße. Schon nach drei oder vier negativen Antworten, trafen wir auf jemanden, der den richtigen Weg kannte (ihn sogar aus unserer Handskizze ablesen konnte!) und uns dann aufforderte, ihm einfach zu folgen. Na, das ist ein Service, was? Und so folgten wir ihm – und wie!

Mit all dem ganzen Gepäck auf dem Buckel, einem Schnauf-Schnauf hier und einem Hechel-Hechel dort, waren wir mit Hinterherhetzen beschäftigt, denn dieses doch recht kleine, drahtige “Männchen” vor uns, drohte uns wirklich davonzulaufen…wie der Schweiß, der inzwischen durch unsere Socken lief (na, und erst die Schweißfluten nach der ganzen Aktion! *lol*)

Meine Güte, was haben die Japaner nur immer für ein Tempo drauf?!  – Let‘s wetz!

Glücklicherweise aber war es nicht so weit, denn der Club lag, in fact, sogar nur drei Ecken von uns entfernt. Für uns waren es dennoch die längsten und strapaziösesten 3 Minuten, die wir in diesem hektischen Land bis dahin kennen und wetzen gelernt hatten. Wir überlebten sie!

Nun standen wir also völlig erschöpft, verschwitzt und mit qualmenden Schuhen vor den Türen des Club Citta, die für jeden Publikumsverkehr jedoch noch geschlossen waren. Das machte uns aber gar nix, denn nach kurzer Verschnaufpause gingen wir einfach zum Seiteneingang hin, meldeten uns an und fragten gleichzeitig nach Koki und Yoshi. Nach kurzer Rücksprache war auch schon alles klar und man ließ uns hinein.

Wir hielten uns dort auch nicht allzu lange auf. Von Koki erfuhren wir, dass für uns ein Hotelzimmer reserviert wurde, in dem wir für 3 Tage bleiben konnten. Na, das ist doch prima! Der ewige Hotelwechsel ging uns eh schon auf den Keks. Von der Preisklasse waren wir anfangs allerdings nicht gerade begeistert (¥41.170 ~ DM 527 für alle 3 Tage ), denn um auch die nächsten 10 Tage in Japan überleben zu können, mussten wir wirklich sehr sparsam und überlegt mit unserem Geld haushalten.

Schließlich waren wir mit dem Preis einverstanden, denn wir hätten sowieso keine Chance gehabt, auf die Schnelle noch etwas Billigeres zu finden und vielleicht noch eine Wiederholung unserer Frustsituation von Nagoya zu riskieren – nee, darauf hatten wir nun wirklich keine Lust.

Japan ist eben ein Business-Land. Alles, was mit Business zu tun hat, bekommt dort höchste “Priority” – der Tourismus kommt erst danach. Genauso verhält sich das auch in den meisten Hotels. Businessleute werden den Touristen vorgezogen. Doch ob nun geschäftlich oder privat – man findet in Japan kaum ein Hotel, wo man gleich für mehrere Tage bleiben kann. Eben weil man sich gerne das ein oder andere Zimmer für Geschäftsleute im Notfall freihalten will. Schon von daher blieb uns eigentlich gar nichts anderes übrig als “ja” zu sagen – und wir bereuten auch keinen einzigen Yen!

Anyway, nach einem kurzen Gespräch mit Tourmanager Yoshi, wurden wir dann endlich von Koki zum “Hotel Windsor” geführt… und bekamen sogleich ein Doppelauge! – Hey, das Teil war tatsächlich eines von diesen “Love-Hotels”!!!

Na, so ein Glück! Genau solch ein Hotel wollten wir doch sowieso mal besuchen – ja, wirklich! Wir hatten nämlich darüber mal etwas in einem Reiseführer gelesen, und daraufhin wollten wir uns dann auch unbedingt mal eines von innen ansehen. Großartig, dass es sich nun auf diese Weise ergeben hat!

Ein “Love Hotel” ist nix anderes als eine Unterkunft für Pärchen, die sich ein paar nette Stunden zu zweit machen wollen. Ähnlich wie in Amerika darf wohl auch hier das noch unverheiratete “Couple” keine Zärtlichkeiten unter dem Dach des Elternhauses austauschen. Das “Love Hotel” bietet für solche Fälle halt ein paar gemütliche Zimmer an mit allem Komfort, wie in einem kleinen Apartment, und das ganze läuft hier auch sehr diskret ab. An der Rezeption nämlich ist die Sicht zwischen Gast und Hotelangestellten durch eine Milchglasscheibe abgetrennt, sodass man sich nie gegenseitig ins Gesicht sehen kann.

Nun könnt ihr euch sicher vorstellen, wie man sich über uns, den zwei Mädels aus Deutschland, die in diesem Hotel dann auch noch für drei Tage wohnten, so die einen oder anderen Gedanken machte. – Haha, das war wirklich zu komisch!

Koki, die Gute, war ganz beschämt und entschuldigte sich andauernd dafür, dass man uns hier untergebracht hatte. Meine Güte, so ein Blödsinn! Wir konnten sie dann auch recht schnell davon überzeugen, dass wir von dieser Unterkunft mehr als nur begeistert waren, und dass wir uns hier auf jeden Fall (auch ohne Schweinereien – grins!) sauwohl fühlen würden. Jaaa, und da auch Koki hier zum allerersten Mal ein Love-Hotel von innen sah, mussten wir uns natürlich auch sofort auf gemeinsame Entdeckungsreise begeben! – Und – wow! – was für ein tolles Zimmer!

Das kleine gemütliche Wohnzimmer war ausgestattet mit einem kurzbeinigen Tisch in der Mitte des Raumes, um den man vier knallig rotfarbene Sitzkissen angeordnet hatte. Links davon stand ein großer Fernseher (60 cm Bildschirmdiagonale) und geradezu gab es einen ganz edlen, mit verschiedenen Getränken gefüllten Kühlschrank, der tatsächlich eine Glastür zum Öffnen hatte. Das Gerät hat uns später noch richtig genervt, denn durch diese Glastür schien ja die ganze Zeit über das Licht durch, und das störte vor allem nachts. So mussten wir das gute Stück immer mit irgendetwas abdecken, wenn wir schlafen wollten.

Ganz besonders freute uns die Entdeckung eines Wasserkochers, der auf dem Kühlschrank stand, denn so war wenigstens für unseren täglichen Morgenkaffee gesorgt. Unsere Schlafplätze befanden sich auf der rechten Seite des Zimmers, waren durch eine typisch „Japanische Wand“ abgetrennt und bestanden nur aus zwei dicken, breiten Matratzen. (Neben einer der beiden Matratzen stand auch ein Kondomautomat!) Über beide Kopfenden entlang verlief eine Konsole mit eingebautem Radio, was auch ständig eingeschaltet war, wenn wir das Zimmer betraten – bei minimaler und entspannender Lautstärke versteht sich. Zwar hatten wir das Radio jedes Mal abgestellt, wenn wir unterwegs waren, doch wurde es wohl vom Personal während unserer Abwesenheit immer wieder angestellt!

Mächtig beeindruckt waren wir drei dann allerdings vom Bad, denn es war recht groß und bis unter die Decke in schwarz gekachelt, teilweise mit rotem Muster drauf. Neben einem großen Duschplatz gab es hier aber auch eine rote runde Badewanne von ungefähr 120 cm Durchmesser, die wirklich sehr einladend aussah.

Alles in allem also war unsere Unterkunft sehr gemütlich und die ganze Atmosphäre so auch recht heimisch und sehr bequem. Einen Nachteil hatte die ganze Sache dennoch: es gab in unserem Zimmer kein einziges Fenster!

Ohne ein offenes Fenster schlafen gehen zu müssen, war für uns als Frischluftfanatiker schon schlimm genug – für eine kurze Zeit jedoch noch zu ertragen. Woran wir uns allerdings nicht gewöhnen konnten, war die Tatsache, dass man sich durch das Fehlen des Fensterlichtes ständig in der Uhrzeit irrte. Jeden Morgen befanden wir uns in dem Irrglauben, dass es noch viel zu früh zum Aufstehen wäre, doch sahen wir dann auf unsere Uhr, wurden wir eines Besseren belehrt.

Ja, das war schon recht verwirrend, aber trotzdem genossen wir die drei Tage und Nächte in unserem… -hee, hee – …”Doppel-Bums”. 😉

Tokyo, Kawasaki – Freitag, 27.03.1992

Mitten in der Nacht – oder so kam es uns vor – brüllte uns der Wecker aus dem Schlaf und bestand darauf, dass es nun Zeit zum Aufstehen wäre. Nun denn, taten wir ihm den Gefallen, tapperten schlaftrunken zum Wasserkocher für ein bis fünf “vernünftige” Tassen Instantkaffee, fühlten uns aber erst nach erstmaliger Einweihung unseres Superbadezimmers so richtig fit.

Auf ging‘s erst einmal zum “Nikko Hotel”, wo wir uns mit Kaori für eine Tokyo-Tour verabredet hatten. Wir wollten u.a. auch Postkarten für unsere Family, Freunde und HQ-Members besorgen. Während wir in der Lobby auf Kaori warteten, kam Vasco gerade von einem Ausflug (naja, wohl eher von einem “McSüff-Frühstückstrip”) zurück. Auch Beaker war schon wach, stieg 2 Minuten später aus dem Fahrstuhl und wartete bei uns auf den Rest der Jungs. (Um 12:20 Uhr sollte irgendwo ein Interview stattfinden, bei dem aber später nur Henny anwesend war). Nicht lange und jeder war anwesend – äh, bis auf Ole. Der Gute musste erst noch per Anruf aus dem Bett geholt werden (*grins*).

Bevor sich versammelte Mannschaft schließlich verstreute, drückte man uns bei der Gelegenheit noch schnell ein bisschen Knete in die Hand, mit der Bitte, doch gleich ein paar Postkarten und Briefmarken mehr zu besorgen.

Von unserem Trip wieder heimgekehrt, gingen wir gleich zum Club Citta rüber und trafen dort sogar noch “Naomi Ohno” vom BURRN! Magazin mit einem Fotografen an, welcher gerade die letzten Bilder einer Fotosession mit T-HEAD verschoss. Während danach auch gleich alle Vorbereitungen für den Soundcheck getroffen wurden, fingen wir schon mal mit unseren “Special Greetings” aus Japan an unsere Family und HQ-Members an, ließen letztere auch gleich vom “Bullet” unterschreiben, der am gleichen Tisch saß, um seiner eigenen Family zu schreiben.

Beim Soundcheck sahen wir den Jungs genüsslich bei all ihren Faxen zu, machten davon das ein oder andere Pic und hielten dieses lustige, bunte Treiben natürlich auch per Videokamera für die Nachwelt fest. Von Tourmanager Yoshi bekamen wir unsere fünf reservierten japanischen T-HEAD Tour-Shirts, für die wir insgesamt nur ¥5000 bezahlen brauchten. Bei der Gelegenheit bekamen wir von ihm auch gleich noch ein Club Citta T-Shirt geschenkt! 😀

Gegen 17:00 Uhr soundcheckte man dem Ende entgegen und bereitete sich seelisch und outfitmäßig für die Show vor. Auch Vasco flickte vor einem großen Spiegel noch schnell die zwei riesigen Risse über den Arschbacken seiner Hose mit ein paar großzügigen Streifen Gaffa-Tape. (Was für ein Anblick!) Bevor sich dann schließlich gegen 18:00 Uhr die Türen des Club Cittas öffneten, hinterließen wir am Merchandise-Stand wieder zahlreiche HQ-Visitenkarten und hielten unsere Videokamera für den großen Ansturm in Aufnahmebereitschaft.

Die Show war wieder einmalig! An die 350 Leute erschienen hier im Club Citta und machten der Band mit ihren Jubel- und Begeisterungsschreien die sprichwörtliche Hölle heiß. Zum Thema “Alcohol” ließ sich die Band wieder etwas Besonderes einfallen und schickte so ihren Manager (Beaker) mit zahlreichen Bier gefüllten Bechern auf einem Tablett herum, um sie an die ersten drei Reihen zu verteilen. Das Publikum war von dieser Aktion dermaßen angetan, dass ihm die Becher fast schon aus der Hand gerissen wurden.

Und schließlich, als zweite Überraschung dieses Abends, wurde hier als letzter Song vor der Zugabe wieder der einmalige THIN LIZZY-Klassiker “Warrior” gespielt.

Nach einer fast 80-minütigen Show bahnten sich die völlig geschafften Fans ihren Weg nach draußen an die frische Luft. Einige sahen auch tatsächlich so aus, als würden sie vor Erschöpfung auf der Stelle umkippen. Wir folgten ihnen bis in die Lobby und stießen hier fast sofort wieder auf die bekannten, jetzt verschwitzten Gesichter von Kaori, Takemi und Asuka (0628). Schließlich und endlich trafen wir dann auch “Aki” (0625) und “Saori” (0626) an, die gerade ihr allererstes T-HEAD Konzert er- und überlebt hatten. Die beiden hatten den langen Weg von Sendai nach Kawasaki auf sich genommen, nur um diese Show zu sehen, und von der waren sie mächtig beeindruckt!

Noch ganz aufgeregt vom ganzen Geschehen, musste man dann ziemlich erstaunt und peinlicherweise feststellen, dass Gaby ja gar nicht männlich ist, wie sie es doch die ganze Zeit über immer angenommen hatten (hihi). Die beiden ließen sich wegen dieses Missverständnisses kaum beruhigen. (Erst später, als wir wieder zu Hause waren und die Fanpost sortierten, registrierten wir, dass Gaby tatsächlich immer mit “Mr. Gaby” angeredet wurde. Ist uns vorher nie aufgefallen und wurde von daher auch nie von uns korrigiert.)

Für zahlreiche Erinnerungsfotos postierten wir uns gemeinsam mit Kaori, Takemi und Asuka vor das nächstbeste T-HEAD Tour-Plakat, ließen uns noch ein paar Geschenke für die Band mitgeben, bekamen natürlich auch selbst eins mit, und mussten uns dann auch leider schon wieder von allen verabschieden. Es wurde nämlich langsam Zeit, unsere Sachen zusammenzupacken, denn gleich war wieder Essengehen angesagt, bei dem wir uns diesmal nicht ausschließen wollten. (Wir hatten aber auch schrecklichen Hunger!)

Später beim Chinesen waren wir beide aber nicht die Einzigen, die so ziemlich alles auffutterte, was auf den Tisch kam. Jeder schien ausgehungert zu sein, und auch wenn man nicht immer genau wusste, um was genau es sich bei diesem Essen handelte, egal, rein mit dem Zeug und nachgespült mit ‘nem kräftigen Schluck “Sake” – … hicks …

Vollgefressen genossen wir alle gemeinsam den 10-minütigen Spaziergang zurück zu unseren Hotels. Auf halber Strecke verabschiedeten wir uns von den Jungs, machten eine Biegung nach links und verschwanden im Fußgängerzonengetümmel des Amüsierviertels von Kawasaki. Im Hotel angekommen, hielten wir den ratlosen, fragenden Blicken des Rezeptionsmenschen stand und mussten uns krampfhaft ein Grinsen verkneifen als wir dort unseren Schlüssel abholten.

Was mochte wohl in dem Kopf dieses Menschen vor sich gehen? Ob der wirklich denkt, wir beide hätten was miteinander? (*grins*) Darüber nachzudenken war sowas von amüsant, dass wir noch eine ganze Weile brauchten, um endlich müde ins Bett zu fallen.

Kawasaki – Samstag, 28.03.92

Dröhn, dröhn.

Irgendwie kamen wir heute Morgen sehr schwer in die Gänge. Erst gegen 13:30 Uhr krochen wir aus unserem Hotel hinaus, nur um gleich wieder im nächsten, nämlich im Nikko Hotel, zu verschwinden. Dort trafen wir Asuka an und nahmen sie einfach mit in das Zimmer von Kaori und Takemi, die gerade damit beschäftigt waren, ihr T-HEAD Banner fertigzustellen.

Nachdem wir ihnen dabei ungefähr eine halbe Stunde lang zugeschaut hatten, verließen wir die beiden wieder und gingen mit Asuka lieber eine Runde shoppen. Was wir dringend brauchten, waren weiße oder silberfarbene Edding-Stifte, denn wir wollten die Shirts, die wir ja recht günstig von Yoshi bekommen hatten, von der Band noch persönlich unterschreiben lassen, bevor wir sie an die Leute verschickten. Auch ließen wir in einem speziellen Laden unser Geschenk an Yoshi von einer dort Angestellten profihaft verpacken.

Wir haben lange überlegt, was wir Yoshi als Dankeschön für alles, was er für uns getan hat, schenken können und sind schließlich auf unsere Flasche “Jim Beam” gestoßen, die wir aus dem Duty-Free-Shop von England mitgebracht hatten. Alles, was mit Alkohol zu tun hat, ist nämlich recht teuer in Japan, da  dachten wir uns, dass Yoshi den Whiskey vielleicht seinen Gästen anbieten könnte.

Anyway, back im Club Citta war man gerade beim Soundcheck und begann u.a. auch mit dem Aufbau der TV-Kameras, denn diese Show sollte ja heute von der Station TV-Sendai aufgezeichnet werden. Insgesamt wurden hierfür 4 Kameras verwendet. Eine bekam hinten im Saal ihren festen Platz, die drei anderen wurden nach vorne gesetzt, um sich mit der Band mitbewegen zu können.

Wo man schon mal all die Kameras da hatte, blieben Interviews mit T-HEAD natürlich nicht aus. So wurden wir alle gleich zweimal mit dem Besuch einer TV-Kamera im Dressing Room überrascht, und ein ungeplantes Interview kam zustande. Auch Radiostationen hielten sich den Jungs nicht fern, fragten dem Ted und dem Henny Löcher in den Bauch, bis Ted dann dazu verdonnert wurde, den Zuhörern von der Radiostation in Sendai eine Message durchs Mikro zu schreien – was allerdings erst beim dritten Versuch richtig klappte.

In einer ruhigen Minute übergaben wir Yoshi sein Geschenk, worüber er sich auch ehrlich wahnsinnig freute. Auch die Jungs fanden unsere Idee richtig klasse. Aber ehrlich, es war ja wohl auch das Mindeste, was wir tun konnten, um Yoshi zu zeigen, wie dankbar wir für all seine Unterstützung und Hilfe waren!

Wir ließen dann noch schnell die T-Shirts und Postkarten für die Fans von allen unterschreiben, bevor es Zeit zum Umziehen war. Und dann, um 18:00 Uhr war es auch schon wieder soweit: “TIME 2 ROCK!!!”

Jaaa, heute fing alles schon viel früher an als sonst. Um 17:00 Uhr wurden die Tore für die Fans geöffnet und wahrlich, es war einfach ein wundervoller Anblick, wie da über 600 Leute nach vorne zur Bühne stürmten, um nach Möglichkeit von Angesicht zu Angesicht vor ihrer Lieblingsband oder auch ihrem Lieblingsmusiker stehen zu können! Eine unbeschreibliche Stimmung herrschte innerhalb dieses Publikums, und ob man nun wollte oder nicht, man wurde von der ganzen Aufregung und Vorfreude im Saal einfach mitangesteckt! Dementsprechend war dann auch die Show.

Es folgte die beste Show von allen bisherigen T-HEAD Shows hier in Japan, aber auch die beste Show, die von T-HEAD je gebracht wurde, und dass wir die überhaupt miterleben durften, ja, darauf waren wir ganz besonders stolz – selbst heute noch!

Die Band war wahnsinnig gut drauf und das wurde ihnen auch vom Publikum fortwährend bestätigt. Die Halle bebte durch die laut tobenden, bangenden Fans – ein schier unglaublicher, phantastischer Anblick, der es der Band nur noch leichter machte, die ganzen Kameraschaften am Bühnenrand total zu vergessen und sich somit vollständig auf das Publikum zu konzentrieren.

Aus filmrechtlichen Gründen wurde uns für heute jegliches Filmen mit unserer Videokamera untersagt, doch kümmerte uns das herzlich wenig. Die Show war einfach viel zu gut, um nur mit einem Auge dabei zu sein, und deswegen wurde von uns heute alles in vollen Zügen genossen, mitgemacht, mitgebangt und mitgebrüllt bis zum bitteren Ende. LET GO! YEAH!

Beim Song “Face To Lace” kam jeder gleich in doppelter Hinsicht auf seine Kosten, denn kurz bevor er seine Story dazu erzählte, kam Ted wieder mit Videokamera auf die Bühne gelaufen und überraschte damit ein völlig verblüfftes Publikum, was sofort vor Begeisterung aufschrie und mit Händen und Füßen oder einiger Fratzen verzweifelt versuchte, auf sich aufmerksam zu machen. Als Ted dann zu seiner berühmten Story kam, heutiger Story-Gaststar ‘Elvis Presley’, brachte er diesen dann sogar mit auf die Bühne und ließ ihn auch gleich noch ein paar Worte an die Fans richten.

Wer sich hinter der Maskerade von Elvis verbarg? Kein anderer als “Ulsch”, der Drumroadie dieser Tour, und mit seinem selbstgebastelten Kostüm sah er auch einfach köstlich aus! – Haha! Was für ein Gag! Da musste einfach jeder im Saal vor Verzückung aufkreischen. “Elvis lives! Yeah!”

Und das beste war, dass noch nicht einmal Beaker etwas von diesem Gag gewusst hatte! Beaker, der für solche Scherze ja nun wirklich immer zu haben ist, stand lachend an der einen Bühnenseite und kriegte sich kaum noch ein, als er den “Ulsch” so auf die Bühne tappern sah.

Sehr beeindruckend dann die Reaktion vom Publikum, als T-HEAD nach “8-Ball” die Bühne verließ, denn ihr anfangs noch langsames rhythmisches Geklatsche begleitet vom anhaltenden THUNDERHEAD-THUNDERHEAD Chorgesang, wurde zusehends schneller und schneller und hielt so lange an, bis T-HEAD endlich wieder auf der Bühne erschien und ihre Zugabe mit “Life In The City” anstimmte. “Highway” folgte und zum Schluss natürlich auch “Ace Of Spades”, bei dem sich gesamtes Publikum in der Halle nochmals ganz ungeniert und ausgelassen den aggressiven Riffs, dem Sound und den Lyrics hingab. – Was für eine Show!

Während sich T-HEAD hinterher völlig fertig und erschöpft in den Dressing Room begab, schrien die Fans draußen in der Halle weiterhin nach der Band.

Die Jungs aber waren wirklich total erledigt, ließen sich nur noch auf die Sessel fallen, um sich für 5 Minuten vielleicht über die überaus gelungene und beste Show seit Bestehen der Band zu freuen und diesen Erfolg zu genießen. Bis dann ein Beaker (be)rauschend in den Dressing Room stürmte und mit leuchtenden Augen ganz aufgeregt der Band zu erklären versuchte, dass die Fans da draußen dermaßen “Alarm” machten und einfach nicht aufhören wollten, nach der Band zu rufen!

Das gibt’s doch gar nicht!

Zum allerersten Mal und nur für einen kurzen Augenblick herrschte hier im Dressing Room allgemeine Sprachlosigkeit, aber die hatte es in sich. Ganz verwundert und ratlos sah jeder jeden an, und in der Stille konnte man nun selbst durch die geschlossenen Türen von draußen tatsächlich die Leute nach Thunderhead brüllen hören – ein schier unglaubliches, unbeschreibliches Gefühl für alle!

Der Geistesblitz kam dann von Henny mit nur einem Wort: “Universe”! Ted war der Erste, der sofort aufsprang und begeistert in die Rund rief, “Yeah, let‘s play ‘Universe’!,” und bereits einen gewaltigen Satz zur Tür gemacht hatte, noch bevor der Satz von ihm überhaupt ausgesprochen war. Und schon war man wieder auf der Bühne und legte sich nochmals mächtig ins Zeug für alle 600 Besucher, die von T-HEAD einfach nicht genug bekommen konnten. Es war einfach irre!

Danach war dann aber endgültig Schluss, die Show war zu Ende, die Band ebenso und die Fans waren nun auch endlich und schließlich erschöpft (und mit Sicherheit auch heiser) vom ganzen Showgeschehen.

Den Jungs fiel es schwer, sich innerhalb den gegebenen 5 Minuten umzuziehen. So war man auch noch halb mit Anziehen beschäftigt, als einige Fans auch schon in den Dressing Room hineingelassen wurden und sich zur Feier des Tages von Beaker, der sich am Eingang postiert hatte, auch gleich erst einmal ein Bier in die Hand drücken ließen. Hatte dann jeder Anwesende etwas zum Anstoßen in der Hand, sprach Beaker, nun auf einem Sessel stehend, einen Toast auf die eben beendete Show und damit auch auf gerade erfolgreich absolvierte und glänzend gelaufene allererste Japantour in der Geschichte T-HEADs aus, und bedankte sich bei allen, die dies für die Band überhaupt ermöglicht hatten. Kanpai (かんぱい)!!

Ein netter Trinkspruch, worauf auch jeder sofort zustimmend Beifall klatschte. Stolz war er, unser Beaker, das konnte man deutlich sehen, und es gab auch gar nichts daran auszusetzten, denn dass T-HEADs Premiere in Japan so gut laufen würde, konnte ja schließlich keiner vorausahnen. Ein gewaltiges “domo arigato” also in erster Linie an JVC, die ja hier für T-HEAD wirklich alles 200%ig gut vorbereitet hatten, damit der Rest ohne großen Aufwand fast spielend von der Hand, vor allem aber über die Bühne ging. Und natürlich nicht zuletzt auch an die gesamte japanische Fangemeinde, die zu diesen vier Gigs auch nahezu aus allen japanischen Städten angereist kam, um der Band mit Bangerkopf, Anfeuerfaust und stimmgewaltiger Unterstützung stets zur Seite zu stehen. Sie sorgten damit nicht nur für die richtige Stimmung, sondern auch für einen erfolgreichen Ablauf jeder einzelnen Show. – Also nochmals: “DOMO DOMO ARIGATO EUCH ALLEN!!!” Denn ohne Euch wäre das nie möglich gewesen!!!

Es herrschte anschließend noch eine nette Partystimmung im Backstage-Bereich, bis man sich nach ungefähr einer halben Stunde für den großen Aufbruch fertig machte, um sich mit zahlreichen Taschen bepackt, auf den Weg zum Hotel zu begeben. Von Fans belagert drängelte man sich durch die Hotellobby zum Fahrstuhl, ließ sich auf dem Weg dorthin zu der eben erfolgreich beendeten Tour beglückwünschen, gab hier und da noch ein Autogramm, bevor man schließlich im Fahrstuhl verschwand.

Den Tour-Abschluss und gleichzeitigen Abschied von Yoshi feierten wir ganz groß mit Koreanischem Essen. Begossen wurde das ganze natürlich mit reichlich Sake. Jau-jau!

Kawasaki – Sonntag, 29.03.1992

Tja, dies war also unsere letzte Nacht im Love-Hotel, und wir mussten erneut auf die Suche nach einer Unterkunft gehen.

Gegen 8:00 Uhr klingelte uns der Wecker grausam aus dem Schlaf und wir machten uns ans Zusammenpacken all unserer Sachen. Komisch, irgendwie mussten unsere Taschen und Rücksäcke in der Zwischenzeit geschrumpft sein, denn nix passte mehr so richtig rein. Wir mussten mächtig quetschen, um auch alles unterzukriegen.

Um 10:00 Uhr war Check-Out und das taten wir auch pünktlich. Als wir an der Rezeption unsere Schlüssel abgaben, getraute sich schließlich der Angestellte uns erstmals anzusprechen, wagte sich sogar vorsichtig nachzufragen, woher wir kamen und ob wir hier in Japan auf Urlaub wären usw. Nach unserer ausführlichen Erklärung schien der Rezeptionsmann doch sichtlich erleichtert zu sein, und wir glaubten auch, eine gewisse Entspanntheit bei ihm bemerkt zu haben, als wir ihm von unserer Hotelnotlage erzählten (hihi). Da nun alles geklärt war, wünschte man uns auch alles Gute mit auf den Weg und noch einen recht netten Aufenthalt in Japan.

Wir zogen los nach Tokyo-Station (sorgten aufgrund unserer “Verpackung” zur Abwechslung mal wieder für jede Menge Aufmerksamkeit in der Bahn) und erkundigten uns am Infostand nach einer bezahlbaren Unterkunft. Doch alles, was man uns anbieten konnte, war ein Twin-Room für schlappe ¥24.200 (~ 314,-DM) im “Roppongi Prince Hotel”, und das war noch das billigste! – Na, prima!

Etwas anderes gab es nicht, doch Yoshi hatte uns dahingehend schon vorgewarnt, und so blieb uns nichts anderes übrig als zum “Roppongi” zu tappern. Den Weg dorthin kannten wir bereits sehr gut, denn irrtümlicherweise hatten wir uns am allerersten Tag zu diesem Hotel begeben, um Beaker über unsere Ankunft Bescheid zu geben, doch brachten wir das mit dem “Hotel Ibis” durcheinander.

Anyway, just in diesem Augenblick fiel uns ein, dass auch T-HEAD hier heute im “Roppongi” untergebracht sein müsste, und ein kurzer Blick in unseren Tourrider bestätigte unsere Vermutung. Hey, prima! Das freute uns wirklich sehr. So konnte man sich doch später noch richtig von allen verabschieden.

Um 12:00 Uhr war dort Check-In. Unser Zimmer war aber noch nicht fertig und wir sollten doch bitte bis 13:00 Uhr in der Lobby warten. Man würde uns dann Bescheid geben. – Nix passierte!

Während unserer ungeduldigen Warterei sahen wir Vasco und Ulsch zusammen auf ihren regulären McSüff-Frühstückstrip gehen, den Rest der Crew in ihre Zimmer verschwinden. Nachdem uns auch T-HEAD in der Lobby kurzzeitig Gesellschaft geleistet hatte, war unser Zimmer immer noch nicht fertig.

Ungefähr eine halbe Stunde später kamen Beaker und Vasco in die Lobby, liehen sich unsere Videokamera aus, um das “Roppongi” von außen und innen mit allen Einzelheiten auf Tape festzuhalten. Schließlich langte es uns und wir erkundigten uns mittlerweile schon zum 3. Mal an der Rezeption nach unserem Zimmer, was – so mussten wir uns dann anhören – doch schon lääängst für uns bereit stand!! – Wie jetzt!? Wir fühlten uns hier doch etwas veräppelt! So  schnappten wir uns etwas verärgert den Zimmerschlüssel und verschwanden flugs in unserem Zimmer.

Um 18:00 Uhr sollte T-HEAD eine Autogrammstunde im Club Citta geben und da wollten wir natürlich nicht fehlen. Mit Kaori und Takemi fuhren wir also gegen 17:00 Uhr dorthin, kamen auch rechtzeitig dort an, doch ließ uns der Mann von der Security nicht hinein und wir wussten nicht wieso. All unsere Erklärungen darüber, wer wir waren und was wir hier wollten, waren vergeblich. Der Security Mann blieb stur, drohte später auch tatsächlich noch mit der Polizei, wenn wir nicht sofort vom Seiteneingang und überhaupt vom ganzen Gelände verschwinden würden?!? – Au weia! Das kann doch nicht sein!

Kaori und Takemi meinten, dass wir besser vom Gelände verschwinden sollten, denn die Japaner wären hier wirklich so flink und würden die Polizei holen. – Ach nö! Da standen wir also draußen im Regen und ließen uns den kalten Wind um die Ohren blasen. Von ein paar Fans, die wir draußen antrafen, hörten wir, dass die Autogrammstunde wohl doch erst um 19:15 Uhr stattfinden sollte. Haha! Kaori und Takemi hatten dann allerdings keine Lust mehr, hier vor Ort noch so lange zu warten und gingen erst einmal wieder zurück in ihr Hotel. Und wir, Gaby und ich, ja, wir liefen zur nächst gelegenen Snack-Bar und gönnten uns derweil ein paar Donuts und heißen Kaffee.

Am Club Citta wieder angekommen, gingen wir nochmals ganz frech auf den Seiteneingang zu und sahen, dass die Tür offen stand. So sind wir einfach rein, trafen ein Glück auch sogleich auf Ted und natürlich auch auf den Mann von der Security, der uns zwar erst noch komisch ansah, doch nichts mehr gegen uns unternehmen konnte.

T-HEAD und Beaker waren gerade erst 10 Minuten vor uns eingetroffen und hatten genau wie wir auch Probleme, in den Club hineinzukommen.

Um 19:30 Uhr fing dann endlich die Autogrammstunde an, für die man sogar eine Eintrittskarte haben musste! Die Fans wurden auch hierbei draußen in einer Reihe aufgestellt und in 10er Gruppen eingelassen. Sobald sie all ihre Autogramme in der Tasche hatten, wurden sie, wohl um den Verkehr nicht aufzuhalten, dann auch fast schon aus dem Club wieder rausgeschmissen.

Im Dressing Room hatten sich drei überflüssige weiße Autogrammtafeln angefunden, die wir sofort in Beschlag nahmen. Asuka, die leider keine Eintrittskarte mehr für diese Signierstunde hatte ergattern können, nahmen wir einfach so mit hinein, drückten ihr eine von diesen weißen Tafeln in die Hand und stellten uns  dann mit ihr zusammen „just for fun“ ebenso an der wartenden Fanschlange an. Nach einer knappen Stunde schon verließ dann auch der letzte Fan befriedigt den Club. Wir machten es uns noch eine Weile im Dressing Room gemütlich und durchstöberten die zahlreichen Geschenke der Fans, die T-HEAD bei dieser Gelegenheit noch mitbekam. Hier wurden dann Faxen ohne Ende gemacht. Alex weihte seine kleine Kindertrommel ein, Ole brachte uns alle mit seinem altjapanischen Feuermelder zum Lachen. Und weil das Teil wie ein zu kurz geratenes Springseil aussah, versuchte er dies auch gleich einmal. Ted wurde mit reichlich Alkohol beglückt, aber auch mit ein paar Socken – keiner wusste wieso *lach*.

Mit der U-Bahn ging es schließlich zurück zum Hotel, und bevor T-HEAD sich einem Businessessen mit dem BURRN! Magazin unterziehen musste, verabschiedeten wir uns dann von Band und Crew, die am nächsten Tag schon sehr früh zurück nach D-Land fliegen musste, während wir noch eine weitere Woche Urlaub in Japan genießen durften. 😀

Fotos und evtl. auch Videomitschnitte folgen später noch.